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Full text of "Syrische Handschriften Der Bibliothek Der Erzbischoflichen Akademie In Paderborn"

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(MENS CHRISTIANS 

HALBJAHRSHEFTE 
pORDIEKUNDE DBS CHRISTLICHEN ORIENTS 

BEGRtlNDET 
VOM 
PHIESTERCOLLEGIUM DES DEUTSCHEN CAMPO SANTO IN ROM 

[M AUFTRAGE DER GORRESGESEUSCHAFT 

IN VERBINDUNG MIT 
De. AD. ROCKER tjnd De. G. GRAF 

UMVERSITATSPUOFESSOR IN MONSTER UNIVERSITATSPROEESSOR IN MONCHEN 

HERAUSGEGEBEN 
VON 

Dr., Dr. h.c. A. BAUM STARK 

UHIVERSITAtSPROFESSOR IN MONSTER UND UTRECHT 

DRITTE SERIE • ELFTER BAND 

(DER OANZEN REIHE 33. JAHRGANG) 
(FOB DAS JAHR 1930) 



LEIPZIG 

OTTO HARRASSOWITZ 

1936 



MITTEILUNGEN 



1 v o. Z . 26 (Mk. 14, r>o): fugemntl + von erne (von ihm), eine sehr naheli, 

ErW ?^^("S-^ *" « *™ (fera ™ ^^»be. 
Urte 2 e v- Z. 19 (Jo. 19, 40): cum aromatibus] mil an<Tem edehn krude (mit ande rem 
edeln Kraut) = der Hinzufflgung eines aliis. 

Man wird sehr wohl geneigt sein durfen, hier vier bisher vollig ^ 
kannte Tatianismen zu erkennen, wie denn solche oaturgemaB m j edem 
neuerscHossenen uberhaupt von Tatian ablmngigen Text neben a l % , 
kanntem Gate auftauchen konnen. Nimmermehr aber wird es angels, 
urn dieser vier Stellen willen alle zwischen den Himmelgartener Brucli- 
stiicken und abendlandischer wie morgenlandischer Tatianuberlie{ erilng 
festgestellte tjbereinstimmung fur Ergebnis des Zufalls zu erklaren. 

Das Denkmal niederdeutsclier Prosa noch des Hochmittdalters, dessen 
nur zu kummerliche Reste wir an diesen Bruchstik-km besitzen, wiirde, 
vollstandig erhalten, fiir die „Diatessaron"-Forsehung eine Urkunde von 
allererstem Werte darstellen, und es kann nur dent lebhaftesten Wunsclie 
Ausdruok gegeben werden, daB irgend welchen gliick lichen Funden es 
vergonnt sein mochte, unsere Kenntnis desselben auf eine noch breiteie 

Basis zu stellen. 

Prof. A, BAUMSTAEE. 

Nachtrag zu „Spuren des Diatessaron in liturgischer Uberlioferung" 

(Or. Chr., 3. Serie X, S. 225—238) 

Mein Studienaufenthalt in der Erzabtei der Benediktiner zu Beuron, 
von dem oben, S. 3, Anm., kurz berichtet wurde, gab mir Gelegenheit, 
auch zu den von mir in dem Aufsatz J3 Spuren des Diatessaron" behandelten 
Lesarten des turkischen und des Karsuni-Textes das Material des Denkscben 
Praevulgata-Apparates zu vergleichen. Es soil bier der Vollstandigkeit hal- 
ber zu den einzelnen Nummern der genannten Abhandlung nachgetragen 
werden. 

I. 3. a: viri a b c d g 1 h q r y aur; Amb. exhort, virg. 3, is; virgt. 6,29; 
Ambst. I. Cor. ; Anon. Mt. bom. 32; Ps. Aug. spec. 80; Corp. Pelag.6, s/U Ps - 
Prosper, vocat. 1, m. 

I. 4: non eocpedit homini uxorem accipere Hier. ep. 55,4. Diese \n^ & ' 
niseher tJberlieferung allerdings durchaus singulare Lesart konnte von seiten 
einer reichlicb oberflacblicben Textkritik, die eines wirkbch eradriflg eIldeI1 
Studiums der Geschichte des Textes und ihrer Gesetze glaubt entraten & 
konnen, nur allzu leicht abgetan werden mit dem Bemerken, es handele sw* 
urn „freie, sinngemafie Zitierung" des bibliscben Textes durch den &^ 
vater. Aber einmal stellt sie sicb mit der bier fiir den Veigleich M && 
kommenden Hinzufugung von homini in die Keihe der a. a. 0. genan* ten 



FORSCHUNGEN UND EUKDE 97 

Zeueen, namHch des tiirkischen Textes, T A ( > Pes) und Vel ( > Yulg.). 

Zmaanderen aollte man bei Hieronymus in freier, also von ihm selbst ge- 

Iteter Zitierung kaum den Ausdruck uxor em accipere erwarten konnen, 

; , ..iMmehi in starkstem Mafie an den — in Pes zur Stelle bezeugten — 

iflohen Ausdruck llfcjl o.msa\ (zu nehmen ein Weib) erinnert. Halt man 

itdieserErkenntnis die andere Tatsaclie zusammen, daB durch T A > Pes 

fiirdenmateriellenBestand des Diatessaron ein dem UoVJ (T A ) = homini 

(Hier.) entsprechendes syrisches Aquivalent als Plus gesichert ist, so wird 

mannichtumhin konnen, in dem Zitat des Hier. eine recht alte, weil offen- 

!,;:, der altlateiniseken Evangelienharmonie und damit ihrer Vorlage, der 

syiischen Originalgestalt des A , sehr nahestehende Textform zu erkennen. 

1. 5: + Jesus a b e ff 1 ; Ps. Aug. spec. 80. 

II. 11: (praecepit) ut dareiur liber repudii et dimittetetur uxor Ps. Aug. 

spec, 139. Vgl. auek die passive Wendung nur des ersten Verbums in fol- 

,, m ionZeugen: mandavit dari librum repudii a b 1 Amb. Luc. 8, ■?; mandavit 

bi <+ iUi aur> libellum repudii c f ff 2 aur gat, Aug. Adim. 3; cons. ev. 

2,B/iaou.ia; Faust. 19,29. 

Dr. C. PETERvS 



B) FORSCHUNGEN UND FUNDE 

Syrische Hands chrif ten 
der Bibliothek der ErzMschoOiehcn Akademie in Padcrborn 

Durch Vermittlung meines Sehulers Dr. C. Peters war es mir mog- 
liah, einige Zeit eine kleine Sammlung syrischer Handscliriiten bei mir zu 
haben und eingehend zu untersuchen, welche aus dem Besitz des allzu- 
friibe der Wissenschaft entrissenen Orientalisten und katholischen Pne- 
sters Dr. J. Schaf ers in denjenigen der Bihliothek der Erzbischof lichen 
Akademie zu Paderborn tibergegangen sind. Ihr Interesse beruht wesent- 
lich darauf, dafi drei dieser Handschriften von einem geistigen und hte- 
mrischm Leben Zeuguis ablegen, das in der cbaldaischen Monchswelt 
irtflaend der letzten Jahrzehnte des vorigen und zu Anfang dieses Janr- 
tonforta rege war. Ich veroffentliclie an dieser Stelle im folgenden erne 
tod mir angefertigte katalogmaBige Besclireibung dieses bisher noen 
vollig unbekannten Hss.-Bestandcs, indem icb scbon jetzt der Hoirnung 
Ausdruck verleike, dafi es im nacbsten Hefte unserer Zeitschrift moglicn 
aein wild, an gl e i c her Stelle von berufener Seite einen Bericht uber die 
mindastens teilwcise iiberaus bedeutsamen jiingsten Ausgrabungen zur 
christlichan Archaologie auf dem Boden Palastinas und Konstantmopels 
z u bieten. 

n 

Omesb CiraiSTiANtiS. Dritte Sciie XI. 



FOBSCHUNGEN UND FUNDE 
yo -~ " 



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an 



. i* u A . Holzdeckel mit etwas zerschlissencm bunten Tm-hubensug, 
Lederrueken rait rap ee schrieben in Alqos vora Diakon Joseph g , 

28X20 tL C :; s Entt nf Date- S^a, Urenkel eines Peters P ftru , ft 

T Bl 3 V — 208 v «V=«. ^- I'^-i IW-* 1 ' '-""i *»■ '*""' * a4 °-! Uk. 

Buch der Notizen, das bekarmtmacht mit der rife ;der (Ckittai)di aQBte 

der Kirche und mit ihrer Bnk»w»", verfaflt von dem fester Abra . 

ham aus Bet(h) QaSa, bekannt »la Bet(h) Sekwana, nu J. 1902n.Chr. 

auf Veranlassung des Katholikos 'Ab(h)d Uo'. 

Der Titel des Werkes in buntem nMurter. - Bl. 3--S-. Vorrede gerichfet ,„ 
den genannten Katholikos. Bl. 6'-6" zweites ..Prooimion" in Gebetsform. Bl. W 
bis fo 5 v ataohlieBende Austthrungen. Bl. 206-207' Subsknpfonen. B1. 2M , 
bis 208 v Inhaltsverzcichnis. 

Das Werk zerfallt in sicben Menire. Memra I (BL <>v-32') in funf „Ab 8e hmtten" 
(Pasoqe) und Memra II (Bl. 32v-49') in vier Pasoqe bilden einen „Ersten Teil" und 
handeln liber die Kirche im allgemeinen, ihre Sukzeesion, ihredrei Zeitalter (dernatiir- 
lichen Offenbarung, der — aifctestamentlichen — Sehrift und des Geistes), ihre Ge- 
hehnnisse, Typen und die Wirksamkeit der AposteL Die fttnf weiteren Memre bil- 
den den „Zweiten Teil i( . Es handeln Memra III (BL 49*— 70') in vier Pasoqe iiber 
die „spezielle Sukzession der orientalischen Kirche", d. h. der alten Kirehe des Sa- 
samdenreiches, das Gebet, das Fasten und die Proskynese bzw. Kniebeugung, 

Memra IV (Bl. 70 r lQ9 r ) wiederum in vier Pasoqe, die beiden letzten mit mehreren 

Unterabteilungen, iiber das kirchliche Taifzeitengebet des ostsyrisehen Ritas und 
Memra V (Bl. 109 r — 173 v ) liber bestimmte Einzelheiten seiner Vesper und Matutin. 
Memra VI (BL 173 v — 200 r ) bringt die Beantwnrtim- von 28 Einzelfragen uber 
Tagzeitengebet und veranderliehe MeBgesange nach deren Gestaltung im Zusammen. 
bang mit dem Eorchenjahr und die prieaterliche Kleidung. Memra VII (B1.200 r 
bis 204 v ) ist dem Exequienritus gewidmet. 

Das Ganze diirfte bei einer naheren Bcschaftigung mit dem nestorianiflchen 
bezw. „chaldaischen" Offizium insbesoridere als Line Art von Erlauterung zu " em 
von Bedj an beaorgten „Breviariinti Ckaldaicum'' unlit wertlos sein. Ein gewisses 
Interesso spezieller Katur bietet Memra III Pasoqa 1 durch die Zusamoieniassung 
der Oberlieferungen iiber die Anfange der ostsyrisehen Kirche, eine Liste der -rU- 
tholikoi und ein umfangreiches Verzeichnis der dem Verfa jstens dem Namen 

nach bekannten ostsyrisehen kirchlichen Schriftstcllcr. 

II. Bl. 209 r --215 v eine Dichtung ('Onlt(h)a) iiber einen bestinm^en 
Teil, die Lft*Wa=» T lK*2v_ , des Sonntagsoffiziums . verfa!3t von dem 
Metropoliten Sab(li)rIso% genannt Bar Meslha. und erganzt von dem 
Priester Abraham von Bet(h) Qasa bzw. Bet(h) §ekwana : im sieben- 
silbigen Metrum. 

III. Bl. 216?— 217 r eineReihe metrisch abgefaBter Ratsel des Abra- 
ham von Bet(h) Qasa. 

2, Einband: Rotes Leder iiber Holzdeckeln; 100 Blatt 26x19 em. die S " ' 
darchschnittlich zu 17—18 Zeilen, EuBnoten enger; Autograph des Veife*** ' f' 
schrieben irn „Kloster der Jungfrau Maria, Scimtzerin d( i Saaten" bei Alq« S lD 
Nahe des Klosters Rabban Hdrmlzd, voUendet den 22. Juli 1916 n.Chr. 






FORSCHUNGEN UND FUNDE 99 

Jl f *»ij JL=>^ „Buch der Gresange", urspriinglich bestehend aus 30 je 
a ls |fe*i „Gesang" bezeicimeten Abschnitten. Der 31. „Gesang" wurdc 
demWerke spater beigefiigt, 

pi jv_3r Vorrede. 

^\ fjr_89 r die 30 urspriinglich en Abschnitte. 

jjj g9^93r der spater zugefiigte 31. Abschnitt. 

Bl. 93 r und v kurzes Lobgedieht des Verfassers auf den chaldaischen 
Patriarchen Emmanuel 

^] 93r — 95r Nachwort des Verfassers iiber die Greschichte seines Le- 
bens und die Entstehung seiner Werke und Subscriptio. 

fefasser ist der Monch und Priester Elias aus dem Kloster Rabban Hor- 

mixd. 

EUas, ein Verwandter des Metropoliten Addai Ber von Scert, auf dessen Er- 
mordung im Weltkrieg die Subscriptio Bezug nimmt, geboren 1860 in dem Dorf 
Sdawaim Gebiet von Mossul, kam in das Kloster Rabban Hormizd im Jahre 1876, 
ffnrde 1882 zum Subdiakon, 1888 zum Diakon und 1895 zum Priestor geweiht. In 
den Jahren 1882— 190S verfaBte er eine Reihe von Werken, darunter im Jabre 1886 
das TOrliegende in dessen urspriinghchein Bestand, Im Jahre 1916, anlafllich des 

i i s Joseph Schafers aus der Diozese Paderborn, wurde zu dessen Ehre und 
tiber jenen Beinen Besueh der jiingerc 31. Abschnitt hinzugefugt. 

Das Werk ist in Prosa abgefafit, aber mit kurzeren poetischen Stiicken durch- 
tetet und gibt sick- als Erzaklung eines Siirisjaqa bar Marqodanl. Im Hintergrund 
steht tier geistliche Meister des angebliehen Erzahlers, Greis KosI, mit dessen Testa- 
iiihiI, und Tod als Gegenstand des 30. Abschnitts das urspriingliche Werk schliefit. 
In Mnoten erklart der Verfasser seine eigenen gelehrten Anspiehingen, Besondcrs 
intanaunt sind etwa Abschnitt 1 und dessen Anmerkungen, die einen Einblick in 
daadem Yerfasser bekannte altsyrische Sehrifttum gewahren, in gleichem Sinne etwa 
rieder Abschnitt 7, 13 und 14, der iiber eine Romreise des angebliehen Siirisjaqa 
handelnde Absclmitt 20, dessen poetische Einlagen zurn Preise Roms an den Hyrnnus 
11 Roma nobilis orbia efc domina" erinnern, im Simie der zuerst genannten wied.er 
Al^bnitt 24 und endlich Abschnitt 31 mit Anmerkungen um der Bezugnahme 
auf don Weltkrieg und die deutsche Geschichte willen. 

Die fingierten Namen des Erzahlers und seines Meisters kniipfen, wie die Vor- 
ede berichtet, an Jugendeindriicke des Verfassers an. Dieser veTfugt iiber eine aus- 

dtete Gelehrsamkeit und schreibt ein tadelloses Altsyrisch. In unverkenn- 
harei inlehnung an Vorbilder arabischer Literatur (vgl. die Mischung von Prosa und 
Poesie) will or in gcfalliger, wir wiirden sagen: belletristischer, Form sowohl bildend 
alserbanlieh wirken. Jeder einzelne der 30 urspriingnchen Abschnitte ist nach einer 
iten Stadt oder sonstigen Ortlichkeit, z. B. einem Kloster benannt. 

Der Titol ist von einem nieht zur farbigen Ausfiibrung gelangten Flechtband 
rahmen nmgeben. 

3. Orientaliscber Ledereinband ; Format 22 x 15,5 cm; Sammelband, soweit eine 
aofche durohgefuhrt ist, mit gesonderter Blatterzahlung. 

I- Bl.1-31: Grammatische Schrift des Monchs Elias aus dem 
poster Rabban Hormizd im siebensilbigen Metium, eingeteilt in vier 
fee, mit einem Sehlufiwort im zwolfsilbigen Metrum. 

7* 



FORSCHUNSEN UND EUNDE ^ 

^rre^oMgefrieohtbandmuater. Bin letetes, mcht mehr numenertes Blatt ^ 
weifl gehlieben. 

n B i i_i00 einer neuen Numerierung : Der beriihmte ^.distbhischc 
Memra" des Bar <Eb(h)raj a mit seinen Erganzungen durch je ein weit eieg} 
dem einzelnen ursprimglichen Distichon vorausgesetztes Verspaar. 

Vel Baumstark, GescMchte der syrischen Literatur (Bonn 1922) S. 319 H t 
4k 5 321 mit Ak. 2 und 330 mit Ak. 4. AuBer den hier genaiuiten Enveiteru ngetl 
durch K(h)amis bar Qardahe, des Iso'jahb bar Meqaddam vora J. 1763 Gr. 
und des chaldaischen Patriarchen Joseph II. vom J. 2009 Gr. bietot die vorlie- 
gende Hs. nocb weitere eines Priesters Saumo und des Monchs Ehas von U ab . 
ban Horinizd vom J. 1882 n. Chr, 

Die Hs. ist das Werk des Elias selbst, geschrieben im Kloster Mariae, der Sehiitze- 
rin der Saaten, und vollendet 15. Juni 1885 laut subscripts Bl. 99 v — 100'. Den nu- 
merierten Blattern voran geht ein Blatt mit Golgathaprachtkreuz in Flcchtband- 
muster, dessen farbige Ausfuhrung nur begoimen wurde. 

III. OrmeBlattzahlung: 1. Bl. l r — 13*. Memra des chaldaisehen Patri- 
arcben Joseph II. zum Preise des Fremdlinglebens, verfaBt im J. 1698 
n.Chr. — 2. Bl. 13 v — 83 v fKs^ o^oi JL=»^* ..Bucb der Bliite der Wissen- 
schaften" von dem Priester Ja c qob Qetarblaja, eine Art syrischen 
Worterbuchs. 

Der Stoff ist geordnet naeh zweiradikaligen, dreiradikaligen und vierradika- 
ligen Stammen, wobei zu den letzteren auch Aph'el-Fornien gestellt werden. An- 
gegeben werden in Parallelkolumnen Perfekt, Imperfekt, Partizip und tine Mb- 
minalform, dann die Ubersetzung des Begriffs ins Tuikisehe. Der Titel uinrahmt 
von einem nur mit Tinte ausgefuhrten rT-^ rilu g ei1 Flecht band muster. Ein quadra- 
tischer Eliefi von gleicher Ausfuhrung geht auf dem groBten Teil von Bl. 13 r voran. 
Schreiber ist wieder Elias von Rabban Hormizd, der die Arbeit im gleichen Marien- 
kloster bei Alqos am 14. Juli 1885 vollendete. 

3. BL 84* zwei Gebetstexte. - - 4. Bl. 85 r Verse eines Abii'-Qasim 
ibn al-Hatlb. — 5. Bl. 85 v — 8f> r eigenhandiges Verzeicbnis der in den 
Jahren 1882—1897 durch Elias von Rabban Hormizd abgeschriebenen 
Texte. — 6. Bl. 88 r — 101 r Ausziige aus K(h)amis bar Qardahe. 

4. Einband: modern-abendlandisch weiB; 194 Blatt 33x22,4 cm, die Seite zu 
26 Zcilen; der Titel des I. Testes in buntem JT-formigem Flechtbandornaffl ellt ' m 
Ende des II. in quadratischem Rahmen Golgatha -Prachtkreuz in gleicher Techs*- 
die Numerierung der Blattlagen am unteren Rand zwischen ebensolchcn 0m aineI1 " 
ten; geschrieben von dem Diakon Haid(h)anl f Sohn des Priesters Jab(h)o, Knkel e^ es 
Moses aus dem Dorfe Gessa in ebendiesem Dorfe in der Xahe eines Klosters des Mar- 
tyrers Sern'dn bar Sabba'e. Vollendet his Blatt 18S' den 19. Marz 2 H>7 Gr.(= 1& 
n. Chr.), einem Montag, 

I. BL 2v— 22v die Grammatik des Elias bar Slnaja, teilweise h«g- 
von Gottheil, A Treatise on Syriao Grammar usw. (Leipzig 1886). 



FORSOHUNGBN UND FUNDE 101 

II Bl. 22 v ^ — -162 v die grofie, prosaische Grammatik des Johannan 
bar Z5'bl. 

III Bl. 163 r — 170 v die kleine Grammatik des Johannan bar Zo'bi 
in 3 iebeiisilbigen Metrum. 

IV. Bl. 170 V — -178 v weitere Stticke von Johannan bar Zo'bi im 
j u -\m Metrum, namlich : 

1. Bl. 170 v — 171 r uber Interpunktionszeichen, 

2, BL I71 rv iiber Konjunktionen, 

3> gl 27iv__i75r liber den Unterschied von Natur , individueller 
Wesenheit (qnoma), Prosopon und Gesicht, 

4. Bl. 175 r — 178 v iiber Nomen und Verbum. 

V. Bl. 178 v — 187 r die Abhandlung des Joseph bar Malkon iiber die 
Punkte in zwolfsilbigem Metrum. Dahinter Bi. 187 r — 188 T die ausfuhr- 
Hchen Subskriptionen des Schreibers. 

VI. Bl. 188 v ~ 192 r eine Zusammenstellung aller moglichen Verbalf ormen 
einer aweiradikaligen Wurzel. 

Die Hs. ist eine genaue Schwesterhs, von Add. 2013 der Universitat zu Cam- 
bridge aus dem J. 1734. Uber die sonstige hs.liche Uberlieferung der einzelnen 
Stiickevgl. Baumstark, Geschichte der syrischen Literatur (Bonn 1922) zu I: S. 288 
AU.ro II: S.310f. Ak. 12, zuIII: S. 311 Ak. 5, zu IV 1 : ebenda Ak. 6, 2: Ak.7, 
h Ak. 9, 4: Ak.8,zuV: S. 309f. Ak. 13. Das SchluBstiick findet sich auch in einer 
Me von Berliner Hss. 

5. Eiiiband: gepreBtes rotes orientalisch.es Leder, auf dem Rtickcn Papiersohild- 
■l,r„ i„U. der Byrischen Aufsehrift U»U» T i-a^; 131 Blatt 29x22,4 cm, die 
Seite m 26 Zeilen; geschrieben von dem Priester Abraham, Sohn einea Sem'on, 
Bnkel eines Abraham, Urenkel eines Priesters Sem'on bar Daniel aus der Famine 

testers Israel in Alqos. Vollendet den 6. Juni 1909 n. Chr., dem Samstag 
for dem 4. Apostdsonntag. 

Wcrke des { Abd Iso' bar Berlk(h)a, namlich: 

I. BU v -93r das „Paradies Eden", in Auswahl hgg, von H. Gis- 
mondi, Ebdjesu Sobensis carmina selecta ex Ubro Par. Eden (Beirut 1888). 

II. Bl,94 v -115 v das „Buch der Perle iiber die Wahrheit des Christen- 
ta", hgg. und iibersetzt bei A. Mai, Scriptorum veterum nova collec- 
ts X 2. ' 

III. BL UP— 127* der Scbriftstellerkatalog im siebensilbigen Metrum, 
hgg- von Assemani, Bibliotheca Orientalis III 1. 8. 325—361. 

UmdenTitelvonI TT-Muster und uber III bandfSrmige Zierleiste in bunten 
Hechtblndern. - Tiber die sonstige hs.liche Uberlieferung vgl. Baumstark, fre- 
«cWte fa syrisehen Literatur (Bonn 1922) zu I: S. 324 Ak. 6, zu II: ebenda Ak. 4, 
w HI: S. 325 Ak. 2. 

Prof. A. BAUMSTARK